ZH 1895 / Stadt Winterthur / rechts

Weniger als zwei Jahre nach der Stadt Zürich und rund sieben Jahre vor dem Kanton erlässt Winterthur am 26. Mai 1895 die «Polizeiverordnung betreffend das Radfahren in der Stadt Winterthur». Damit werden auf dem Gebiet der späteren «Velo-Stadt der Schweiz» eine polizeiliche Bewilligung und die Velonummer eingeführt.

Wie ursprünglich in der Stadt Zürich werden in der Verordnung offenbar auch in Winterthur zuerst, für vorne und hinten am Velo, zwei Kennzeichen vorgesehen. In der Stadt Zürich wurde diese Regelung aus Gründen der Praktikabilität vor der Ausgabe der ersten Kennzeichen am 16. September 1893 wieder rückgängig gemacht. Weshalb man in Winterthur daraus nicht gelernt hat, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall ist das zweite Kennzeichen in der Verordnung von Hand wieder gestrichen worden. Danach ist die Nummer deutlich sichtbar nach vorne an der Steuerung anzubringen [DOKUMENT].

Erwähnenswert ist ausserdem, dass in unserer Sammlung eine dieser Velonummern aus Winterthur das älteste Schweizer Fahrradkennzeichen mit eindeutiger Herkunft ist. Denn im Gegensatz zu allen anderen Velonummern, im «Primär-Design», aus jener Zeit, welche lediglich eine Nummer aufweisen, wurde diesem Kennzeichen der Schriftzug «Winterthur» eingraviert.

Ausserdem handelt es sich dabei um das teuerste je ersteigerte Fahrradkennzeichen der Schweiz (Stand April 2024).

Mehr zu dieser verrückten Auktion und zum bezahlten Preis erfahren Sie hier: Geschichte der Schweizer Fahrradkennzeichen

Stadt Winterthur
Jahr: 1895
mit Schriftzug “Winterthur”
Befestigung vorne
Ansicht: Fahrtrichtung rechte Seite

Foto: Andy W.
Sammlung: Stefan Hotan (ab 7.4.2024)

Material: Blech genietet

unverkäuflich